EU-Kongress

Parallelveranstaltungen: Plenum und Exkursion

Plenum Samstag 21.9.2019 (9:00 - 16:00 Uhr)

 

!! Achtung !!
Am Samstag findet die Veranstaltungb im Saalbau Dornbusch
Eschersheimer Landstraße 248  -  60320 Frankfurt am Main

 

08:30 Registrierung

09:00 Arbeitsphase

  • Vorstellung der Tagung des Ablaufs und der Workshops
  • Kurzbericht vom Plenum des Vortages
  • Hinweis auf Europäische Bürgerinitiative "Housing for All" vor (www.housingforall.eu)  -  Unterschriftenlisten liegen aus

09:30 - 11:00  Workshopphase 1

Workshops (je 90 Minuten)

  1. Eigentumsfrage an Grund und Boden // Werner Heinz, Planungswissenschaftler // Heinz-Jürgen Krug, attac
  2. Öffentlicher Wohnungsbestand: Ausbau, Finanzierung, Demokratisierung // Thomas Fritz, attac // Jana Mattert, attac // Patrick Schreiner, ver.di
  3. Mit Bürgerentscheiden für bezahlbares Wohnen? // Jakob Migenda, Mietentscheid Frankfurt a.M. // Stefan Wilker, Osnabrücker Bündnis für bezahlbaren Wohnraum
  4. Landesweiter Mietendeckel // Felix Wiegand, Eine Stadt für alle // Conny Petzold, Mieter helfen Mietern Frankfurt e.V.
  5. Wohnungspolitische Initiativen auf der kommunalen Ebene (am Beispiel des DGB und „Gemeinwohl hat Vorfahrt“ in Wiesbaden) // Sascha Schmidt, DGB-Kreisverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus // Liv Dizinger, DGB-Bezirk Hessen-Thüringen

11:00  Pause -  (inkl. Kaffee)

11:30 - 13:00 Workshopphase 2

Workshops (je 90 Minuten)

  1. Sich wehren – Mieter*innen Selbstorganisierung // Violetta Bock, Mieter*innen-Ini Kassel (angefragt)
  2. Wem zahle ich eigentlich Miete? // Christoph Trautvetter, Netzwerk Steuergerechtigkeit
  3. Enteignung von Wohnungskonzernen // Sebastian Bartels, Berliner Mieterverein e.V. // Thomas Eberhard-Köster, attac
  4. Wohnungslosigkeit als gesellschaftliches Problem. Warum "ohne Wohnung sein" kein Randgruppenthema mehr ist // Katharina Alborea, Diakonie Hessen // Lars Lauer, Paritätischer Wohlfahrtsverband Hessen e.V.
  5. Wohnungsbau/Stadtentwicklung in Zeiten der Klimakrise // Alexis Passadakis, attac

  13:00 Mittagessen - dabei auch Ergebnisse der WS auf Stellwänden präsentieren

Exkursion: Samstag, 21. September 2019, 8.30 Uhr

Treffpunkt: DIREKT an der S-Bahn Station Gallus-Warte, Ausgang Frankenalle
Lage des Treffpunktes in OSM

Route ca. 2km
Rückkehr zur Konferenz spätestens 13:00 zum Imbiß
Leitung: Tabea Latocha, tabea.latocha@live.de

Teilnehmer*innenzahl ist auf ca. 20 beschränkt, da es sonst ohne Megafon sehr schwierig wird, auf offener Strasse alles verständlich zu erklären.


'Perspektivwechsel Stadt - Das Gallus im Wandel.'

Bei diesem kritischen Stadtteilspaziergang möchten wir einen von Gegensätzen geprägten Frankfurter Stadtteil kennenlernen und seine Geschichte zwischen Galgenfeld, KZ-Standort und dem “Neuem Frankfurt” bis hin zum Vorzeigeobjekt der “Global City Frankfurt” ergründen. Vor allem sollen die seit den 1970er Jahren politisch geebneten Prozesse der städtischen Neoliberalisierung kritisch in den Blick genommen werden - denn die Folgen einer rasanten Verwertungsdynamik werden hier wie in einem Brennglas deutlich: eine sich abzeichnende Gentrifizierung des Gallus.  Was einst bedingt durch vergleichsweise günstige Mieten ein klassisches Arbeiter*innenviertel in einer wachsenden Stadt darstellte, vermarktet sich heute als hippes “Szeneviertel” und luxuriöse Wohngegend. Alte Industriebrachen grenzen an schicke Luxuswohnungen; trendige Cafés liegen nur eine Straße entfernt von heruntergekommen Lagerhallen. Vor allem eines ist aber unübersehbar: überall wird gebaut und nachverdichtet. Vertreten wird die These, dass die Frankfurter Stadtpolitik, entsprechend ihrer neoliberalen Ausrichtung, im Gallus jahrelang Gentrifizierungsprozesse und die Entstehung einer Ertragslücke zwischen gegenwärtiger und potenzieller Verwertung aktiv gefördert hat – letztere aber erst jetzt im Zuge der Krise an Relevanz gewinnt. Nahezu idealtypisch kann man am Beispiel des Gallus zeigen, dass Gentrifizierung wesentlich von lokalen politischen Kräfteverhältnissen abhängt, wobei der Rhythmus jedoch von immobilienwirtschaftlichen Verwertungszyklen diktiert wird (siehe Schipper & Wiegand 2015). Das beste Beispiel hierfür ist das Areal des ehemaligen Güterbahnhofs, auf dem das luxuriöse, aber städtebaulich eintönige Europaviertel im Entstehen ist. Seitdem das Areal des ehemaligen Güterbahnhofs an private Investoren verkauft worden ist, wird nicht nur in diesem neuen Teil des Gallus, dem Europaviertel, sondern auch sonst überall im Stadtteil nachverdichtet. Das steigende Interesse von Investor*innen an dem immer knapper werdenden innerstädtischen Grund und Boden hat dazu geführt, dass die Quadratmeterpreise im Gallus um bis zu 60% gestiegen sind in den letzten Jahren.

Weiterlesen:
    Schipper, S. & F. Wiegand (2015): Neubau-Gentrifizierung und globale Finanzkrise. Der Stadtteil Gallus in Frankfurt am Main zwischen immobilienwirtschaftlichen Verwertungszyklen, stadtpolitischen Aufwertungsstrategien und sozialer Verdrängung. In: sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung 3 (3), S. 7–32.
    Schipper, S. & T. Latocha (2018): Wie lässt sich Verdrängung verhindern? Die Rent-Gap-Theorie der Gentrifizierung und ihre Gültigkeitsbedingungen am Beispiel des Frankfurter Gallus. In: sub\urban. zeitschrift für kritische stadtforschung 6 (1), S. 51–76.

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